15. Februar 2009 | Sebastian Höhne
Screenreader Survey
Gerade eine Umfrage der WebAIM zu den Vorlieben von Screenreader-Nutzern entdeckt: http://webaim.org/projects/screenreadersurvey/
1121 Befragte, davon sind 90% durch Behinderungen ausschließlich mit Screenreader im Netz unterwegs, 10% sind Evaluatoren ohne Behinderung. Die Ergebnisse lassen sich also als durchweg aussagekräftig bezeichnen. Ein paar Ausschnitte übersetzt und zusammengefasst:
Ein Drittel der Befragten nutzt IE6, knapp zwei Drittel IE7, knapp die Hälfte nutzt gleichzeitig Firefox.
Beim IE6 gilt für mich: weniger als gedacht, mehr als erhofft. Es wird Zeit, dass der Internet Explorer 6 endlich seine verdiente Ruhe findet. Siehe dazu auch: http://www.robertnyman.com/2009/02/09/stop-developing-for-internet-explorer-6/
Wichtigstes Navigationselement sind sauber (!) strukturierte Überschriften.
Drei Viertel aller Befragten navigieren auf Webseiten “immer” oder “häufig” mittels Überschriften. Saubere Strukturierung ist also Pflicht.
Web 2.0 ist nicht barrierefrei.
Keine große Überraschung, ich weiß. Trotzdem: über die Hälfte aller Befragten konnten die Zugänglichkeit von Web 2.0 Inhalten nicht einmal beurteilen. Die WebAIM folgert daraus, dass die meisten “echten” Screenreader Nutzer - also diejenigen, die die Reader nicht nur zu Evaluationszwecken nutzen - auf Grund der mangelhaften Zugänglichkeit keine Web 2.0 Inhalte kennen. Auf dem Gebiet muß wirklich was getan werden.
Flash ist eine der größten Barrieren im Netz.
Für Drei Viertel der Befragten sind Flash-Inhalte entweder schwer oder sehr schwer zugänglich. Oh Wunder.
Frames stellen kaum ein Problem dar.
Das überrascht. Es fällt allerdings auf, dass Frames vor allem von den Screenreader-Profis als leicht zu handhaben empfunden werden. Die Evaluatoren ohne Behinderung und mit weniger Erfahrung hatten da anscheinend mehr Probleme. Frames scheinen also unbedenklich zu sein, sofern man weiß wie’s geht.
Es geht dann noch weiter mit Ergebnissen zu Skip-Links, Bildern, Logos, Pop-Ups und vielem mehr. Durchweg interessant, anschauen lohnt sich.